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Altes Rathaus Erkelenz

Das Alte Rathaus auf dem Erkelenzer Markt ist ein Beispiel für die späte Backsteingotik des 16. Jahrhunderts. Der heute restaurierte Bau wurde nach starken Kriegsschäden (1940/1945) bis zum Jahre 1956 wieder aufgebaut. Neben dem Lambertusturm ist er das markanteste Wahrzeichen der Stadt.

Charakteristische Merkmale des auf eckigen Pfeilern ruhenden spätgotischen Backsteinbaus sind die offenen Arkaden im Erdgeschoss, der darüberliegende Ratssaal und Speicherräume unter dem Dach, die auf die verschiedenen Funktionen des Gebäudes hinweisen. Ursprünglich waren im Erdgeschoss alle zwischen den Pfeilern in der Breite drei und in der Länge fünf gebildeten Spitzbögen geöffnet, so dass es als offene Markthalle diente. Nur im Inneren gab es einen Aufgang zum Obergeschoss, das mit gotischen Kreuzsprossenfenstern in Flachbogenblenden ausgestattet war. Den Fuß des hohen schiefergedeckten Walmdaches schmückte ein repräsentativer Zinnenkranz mit vier Ecktürmchen.

Erkelenz Altes Rathaus

Um Raum für die städtische Verwaltung zu schaffen, erfuhr das Gebäude, wie eine steinerne Inschrift über dem Eingang bezeugt, im Jahre 1756 erhebliche Umgestaltungen. So brach man die Zinnen und Ecktürme, deren Auskragungen im Mauerwerk noch heute erkennbar sind, ab und zog das Dach bis an das Gesims vor. Die Kreuzsprossenfenster im Obergeschoss wurden durch einfache Blausteingewände ersetzt und im Erdgeschoss alle Arkaden zugemauert. In den so gewonnenen Räumen richtete man auch eine Polizeiwache und eine Arrestzelle ein, deren kleines vergittertes Fenster rechts des Eingangs zur Straße weist. Man fügte ein Rokoko-Portal an und überdeckte das Mauerwerk im Geschmack der damaligen Zeit mit weißer Tünche. Das Alte Rathaus war bis 1907, als die Verwaltung zunächst das ehemalige Klostergebäude der Franziskaner und 1918 schließlich ein neues Rathaus („Bürgermeisteramt“) am Johannismarkt bezog, Sitz der Stadtverwaltung.

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